Black Christmas – Filmkritik

Erscheinungsdatum: 05. Dezember 2007 / Studio: Concorde Video

04.12.2007

DVD-Review

Blutige Weihnacht

Alle Jahre wieder – erfreuen uns von bunten Lichtern gesäumte Straßen, umschmeicheln angenehme Düfte unsere Nüstern und zeigt sich eine weitläufige Industriemaschinerie, die aus dem Geist der Weihnacht natürlich immer den gewissen Profit schlagen möchte. Zu diesem Anlass veröffentlicht manch angesagter Musiker mal eben ein Weihnachtsalbum oder erscheint in den Kinos ein Streifen, der sich der Thematik um Heiligabend widmet. Das sind für gewöhnlich harmonische Familienfilme, lässt aber auch immer mehr Räume für Antihelden im Stile eines “Bad Santa” (Billy Bob Thornton) oder “Grinch” (Jim Carrey). Besonders blutig nimmt sich auch das Action und Horrorgenre diesem Zeitfenster an. “Tödliche Weihnachten” (Samuel L. Jackson) oder “Stirb Langsam” (Bruce Willis) waren da nur die Vorboten.

“Black Christmas” ist, nach “Willard”, die 2. Regiearbeit von Drehbuchautor Glenn Morgan, der sich vor allem durch seine Beiträge zu “Final Destination 1 & 3″ im Schauermetier hervorgetan hat. Mit dem Remake des gleichnamigen Horrorstreifens aus dem Jahre 1974 hat er sich aber nur bedingt einen Gefallen getan. Die Story ist schnell erzählt. Ein paar Studentinnen bleiben über die Feiertage mit ihrer Verbindungsmutter im Studentenhaus, um gemeinsam dem geselligen Rotwein- und Zuckerstangenkonsum zu frönen. In diesem Haus lebte einst ein Ehepaar, welches sich gegenseitig verachtete. Als der durch eine seltene Lebererkrankung im Äußeren benachteiligte Sohn Billy das Licht der Welt erblickte, empfand die Mutter alles nur keine Zuneigung für ihn. Es kam zur Eskalation zwischen den Eltern, aus deren Folge der Vater auf unkonventionelle Art durch einen Stiefvater ersetzt und Billy – Zeuge des Geschehens – auf dem Dachboden weggesperrt wurde. Weihnachten bildete hierbei den Kern der Ereignisse. Als Tochter Agnes in Folge eines Akt der Inzucht zur Familie stieß, eskalierte eines Tages das verschrobene Familiengefüge erneut und nur die beiden Geschwister verließen das Haus halbwegs unversehrt, um ihr fortlaufendes Dasein in Heilanstalten zu fristen.

Agnes wird eines Tages entlassen – Aufenthalt unbekannt. Billy, der sich bisher erfolglos daran übte durch Ausbruch den Weihnachtsabend zuhause zu verbringen, gelingt in dieser Nacht die Flucht aus der Anstalt und kehrt zu seinem Elternhaus zurück. Fortan schlachten sich die Geschwister durch die sich schnell lichtenden Delta Alpha Kappa Reihen und natürlich gibt es denn Showdown auf Raten. Genrefreunde wird der Slasheranteil durchaus zu unterhalten wissen – hier fliegt einiges durch die Gegend. Das täuscht aber nicht über die dünne Story und die sich kaum entfaltenden Spannungsbögen hinweg. Man verzichtet sogar beinahe gänzlich Charaktere über die Lauflänge aufzubauen. Vielmehr eine Aneinanderreihung von Gore-Momenten als geschickt gestrickter Gruselalltag. Der gewisse bösartige Humor muß dem Zuschauer natürlich darüber hinaus munden und spätestens jetzt ist bewiesen dass Backförmchen, Schlittschuhe und Zuckerstangen Verheerendes anrichten können. “Black Christmas” zeigt sich als kurzweiliges, hirnfreies Horrorvergnügen mit wenig Gehalt, aber dafür umso mehr Blut.

Note: 3,4

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