NaS – Life is good

Erscheinungsdatum: 13. Juli 2012 / Label: Def Jam (Universal)

15.07.2012

CD-Review

Rap poetry

Nasir Bin Olu Dara Jones, besser bekannt unter dem Namen NaS, gehört mit seiner über 20 Jahre währenden Karriere zur alten Schule des Hip Hop. Sein gefeiertes Debüt “Illmatic“ erscheint noch bevor Genregrößen wie Jay-Z, mit dem er viele Jahre eine Fehde austrägt, oder Eminem ihren Erstling auf den Markt bringen. Singles wie “If I ruled the world“ (feat. Lauryn Hall), ”Street dreams” oder “I can” entern fordere Chartpositionen, doch es sind die Alben als funktionierendes Ganzes, die den Rapper regelmäßig als einen der besten und lyrisch ausgereiftesten MCs in unterschiedlichsten “The Greatest…..“ Rankings auftauchen lassen.Vom musikalischen Doppelschlag “I am/Nastradamus“ (1999) über “Stillmatic“ (2001) bis hin zu “Untitled“ (2008). NaS zeigt sich über banale Clubgefälligkeiten erhaben und sich seiner Linie treu. Fernab von Autotune und Eurodance geht er zuletzt mit Damian Marley eine Hip Hop/Reggae Fusion namens “Distant relatives“ als Bekenntnis zu den eigenen Wurzeln ein, bei der sämtliche Einnahmen wohltätigen Organisationen im Kampf gegen Armut in Afrika gespendet wurden.

4 Jahre nach seinem letzten Solowerk veröffentlicht der Mann aus New York “Life is good“. Für das Cover ließ er sich in nachdenklicher Pose mit dem zurückgelassenen Kleid seiner Ex-Frau Kelis, mit der NaS einen gemeinsamen Sohn hat, ablichten. Album Nummer 10 stellt den Übergang zwischen altem und neuem Leben dar. Entsprechend optimistisch der Titel, selbstbewusst die Gang- und Machart. Ausgestattet mit diesem besonderen Flow, der markanten Stimme und treffsicheren Lyrics bewegt sich die Platte auf erfreulich traditionellen Hip Hop Pfaden. Er lässt Außenstehende an seinem Leben teilhaben. Erzählt in “Daughters“ von Freuden und Problemen, die so einige Väter ihm Nachempfinden werden. Samples von Songs wie “Ike’s Mood” von Isaac Hayes (Reach Out), “Peter Piper” von Run DMC (A Queens Story) oder ”Eric B is President” von Eric B & Rakim zeigen den Musikkenner NaS. Gastauftritte von Kollegen wie Large Professor, R&B Sänger Anthony Hamilton oder Mary J. Blige nicht nur ansprechend gewählt, sondern durchaus eng mit den 90ern verbunden. Die Hauptbühne gehört jedoch NaS selbst, der sich schon mit “No Introduction“ breitbeinig vor den Hörer stellt. Kopfnicker Beats (The Don, Summer on Smash) treffen auf R&B/Soul Klänge (World’s an addiction, You wouldn’t understand, Bye Baby). ”Stay” bringt Jazz und Saxophon ins Spiel, während das entspannte “Cherry Wine“ noch einmal die außergewöhnliche Stimme von Amy Winehouse aufleben lässt. Mit einem Selbstverständnis bzw. einer Selbstverständlichkeit, die wohl nur solch einem Ausnahmekünstler inne wohnt, meldet sich “NaS“ mit neuer alter Stärke zurück.

Anspieltipps: “A Queens Story“, “Accident Murderers“ und “The Don“

Note: 2,0

Trackliste:
1. No Introduction
2. Loco-Motive (feat. Large Professor)
3. A Queens Story
4. Accident Murderers (feat. Rick Ross)
5. Daughters
6. Reach out (feat. Mary J. Blige)
7. World’s an addiction (feat. Anthony Hamilton)
8. Summer on smash (feat. Miguel & Swizz Beatz)
9. You wouldn’t understand (feat. Victoria Monet)
10. Back when
11. The Don
12. Stay
13. Cherry Wine (feat. Amy Winehouse)
14. Bye Baby

http://www.universal-music.de/nas/home

Autor: Jens

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