13&God – Own Your Ghost

Erscheinungsdatum: 13. Mai 2011 / Label: Alien Transistor (Indigo)

21.06.2012

CD-Review

Ungewöhnlich + Ungewöhnlich = Außergewöhnlich

Bei 13&God handelt es sich um eine deutsch-amerikanische Partnerschaft, von der unsere Kanzlerin (aus politischer Sicht) nur träumen kann. Bereits 2004 haben sich die US-amerikanische Hip-Hop-Band Themselves und die deutsche Indie-Band The Notwist nach einer gemeinsamen Tour zum eigenständigen Projekt zusammengeschlossen. Aus zwei mach eins, heißt in diesem Fall: verbinde melancholischen Indierock mit ernstem Rap. Dass sich Rapmusik und Gitarrenklänge nicht zwingend ausschließen, wissen wir nicht spätestens seit der Zusammenarbeit von Linkin Park und Jay-Z.Dennoch darf man das Projekt 13&God als ungewöhnliche Freundschaft bezeichnen, die zwischen Kalifornien und Oberbayern zusammenarbeitet. Neben der ungewöhnlichen Stilvereinigung schlagen sie mit ihrem zweiten Album „Own Your Ghost“ auch thematisch ungewöhnliche Themen an: Alter, Sterben und Tod.

Das Album beginnt, anhand des Themenstranges, erwartungsgemäß ruhig. Beide Bandfragmente erhalten zu Beginn ihren eigenen Auftritt. Das Indiestück ohne Sprechgesang beginnt („It’s Own Sun“) im Anschluss darf „Death Major“ sich mit stark elektronisch unterlegtem Rap hervortun. Erst in „Armorde Scarves“ findet die Verschmelzung der beiden selbstständigen Bands zu 13&God statt. Wie alle zehn Songs ist auch dieser sehr ruhig, atmosphärisch und mitreißend. Die elektronischen Beats sind sehr bestimmt ausgerichtet und unterstreichen vor allem die Rap Parts. In den Gesangsparts von Markus Archer rücken sie einen Moment in den Hintergrund, die klassische Gitarre mischt sich an den harten Beats vorbei. Die Soundmischung funktioniert fantastisch. In sich stimmig, rund und ansprechend. Die Schwere der Texte wird zusätzlich gemildert, so dass trotz allen melancholisch bis ernsten Texte eine gewisse Leichtigkeit mitschwebt. Die Leichtigkeit wird am Stärksten in „Oldage“ deutlich. Ein Song, der wie ein warmer Windstoß daherkommt und dennoch das Alter und die Vergänglichkeit der Zeit beschreibt. Dass es auch düsterer, beinahe dunkel geht, beweist „Et tui“, der ungestüm mit schnellem, kühlem Rap und rasanten, unruhigen Beats vorangeht. Beinahe unbehaglich wirkt auch „Sure As Debt“. Beginnend mit Flüstereinlage, sich in eine harte Raptirade steigernd, zwingt sich der Song unweigerlich in einen Rausch, der durch den brutalen Vorstoß hart aufzunehmen ist. Tiefes Durchatmen wird dann in „Beat On Us“ gewährt. Dessen Einstieg weich durch die so milde Stimme von Markus Archer getragen wird und die Thematik trauriger, aber langsamer an den Hörer heranträgt.

Alles in Allem hat 13&God ein schwieriges Themenfeld in einer eindrucksvollen Art und Weise, mit einer perfekten Mischung aus dem Besten von Indie und Rap präsentiert. Eine Kombination, die aus viel Mut und Toleranz entstanden sein muss und genau damit eine gewisse Faszination geschaffen hat. Auch wenn das Album schon seit einem guten Jahr auf dem Markt erhältlich ist, kann zum Kauf nur geraten werden.

Anspieltipps: Oldage, Janu Are und Sure As Debt

Note: 1,5

Trackliste:
1. It’s Own Sun
2. Death Major
3. Armored Scarves
4. Janu Are
5. Oldage
6. Et tu
7. Death Minor
8. Sure As Debt
9. Beat On Us
10. Unyoung

Bandmitglieder:
Markus Acher – Vocals, Gitarre
Micha Acher – Bass
Martin Gretschmann – Elektronik
Adam „Doseone“ Drucker – Vocals
Jeffery „Jel“ Logan – Vocals
Dax Pierson – Vocals
Jordan Dalrymple – Vocals

http://www.myspace.com/13andgod
http://www.facebook.com/13andgod

Autor: Tanja

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