
Bass in your face“Far East Movement“ haben sich über die Nähe zu ihren Fans (Videos, wöchentliche Radioshows, tägliche Blog Einträge und regelmäßige Webisodes) und nicht zuletzt den weltweiten Charterfolg “Like a G6“ vom Geheimtipp zur treffsicheren Clubwaffe entwickelt. Bereits 2003 gegründet, erscheint 3 Jahre später ihr Debüt “Folk Music“. Die Single “Round round“ wird im Film “The Fast And The Furious: Tokyo Drift“ verwendet und Serien wie CSI: Miami, Entourage und Gossip Girl folgen dem Beispiel. Bereits mit “Animal“ (2009) belegt man den Anspruch erlesener Features. So zählen Wiz Khalifa, die Stereotypes und Baby Bash zu den Albumgästen.“Free Wired“ der Umbruch im Major Label Stil. Tracks wie “Rocketeer“ (feat. Ryan Tedder), “2gether“ (with Roger Sanchez) und “If I was you (OMG)“ (feat. Snoop Dogg) gehen um den Soundglobus und platzieren das kalifornische Quartett im vorderen Drittel der Electro Hop/Pop Rap Szene. “Like a G6“ zudem die erste Top Ten Platzierung einer asiatisch-amerikanischen Formation in den Billboard Top 100. Es folgen Auftritte bzw. Tourneen mit Rihanna, Calvin Harris oder Lady Gaga. Elektro ist allgegenwärtig – “Far East Movement“ ebenfalls.
Nun melden sich die ehemaligen Highschool Freunde Kev Nish, Prohgress und J-Splif unterstützt von DJ Virman mit dem nächsten Kollektivschlag zurück. Das einseitige (Party)Motto bleibt bestehen, die Bässe werden jedoch noch schmutziger. Und so ist der Name Programm. Der Schlumpfensprache nicht unähnlich, versäumen die Mikrophonprotagonisten nicht darauf hinzuweisen, daß man es dabei auch wirklich mit “Dirty Bass“ zu tun hat. Abgesehen von den Textwiederholungen bietet die Platte jedoch wieder genau das, was man von “Far East Movement“ erwartet: Den nächsten Soundtrack zu einer exzessiven Partynacht. Neben den “Stereotypes“, haben sich namhafte Produzenten wie “RedOne“, Sidney Samson oder Martin Kierszenbaum eingefunden. Somit wird der Sound zur Spielwiese der Dance/Pop/Elektro Schrauber. Die Features erneut namhaft, teilweise überraschend. Neben der bereits Chart erprobten Zusammenarbeit mit Justin Bieber (Live my life), begleitet US Rapper Tyga den Bass wummernden Opener. Pitbull zählt da mehr unter “Business as usual“, doch mit Bill Kaulitz von Tokio Hotel hätten wohl die wenigstens gerechnet. “If I die tomorrow“ – im Refrain mit etwas Pathos unterspült – pumpt sich wie seine Songmitstreiter als waschechte Clubnummer durch die Boxmembran. Verschnaufpausen liefern höchstens das R&B beträufelte “Flossy“ (feat. My Name is Kay) oder das entspannte “Little bird“. 120-128 BPM sind an der Tagesordnung. Mal mit schrägen Saxobeats untermalt (Turn up the love) oder mit einem Gigi D’Agostino Steal (L’Amour Toujours) gefüttert. Das entzieht sich natürlich jedem künstlerischen Anspruch handgemachter Note und besticht nicht gerade durch Abwechslungsreichtum, aber funktioniert als Clubbanger erneut und umfassend. Abgerundet durch die den Party Rock Remix der Single “Live my life“ (feat. Redfoo/LMFAO), sowie die beiden Vorgängertracks “Like a G6“ und “Rocketeer“ liefert “Dirty Bass“ Disco kompatible Strobo Stangenware mit Unterhaltungswert.
Anspieltipps: “Dirty Bass“, “Turn up the love“ und “Lights go out (Go crazy)”
Note: 2,4
Trackliste:
1. Dirty Bass (feat. Tyga)
2. Live my life (feat. Justin Bieber)
3. Where the wild things are (feat. Crystal Kay)
4. Turn up the love (feat. Cover Drive)
5. Flossy (feat. My Name Is Kay)
6. If I die tomorrow (feat. Bill Kaulitz)
7. Ain’t coming down (feat. Sidney Samson & Matthew Koma)
8. Candy (feat. Pitbull)
9. Fly with u (feat. Cassie)
10. Show me love (feat. Alvaro)
11. Live my life (Party Rock Remix) (feat. Justin Bieber & Redfoo)
12. Little bird
13. Basshead (feat. YG)
14. Lights go out (Go crazy) (feat. Junior Caldera & Natalia Kills)
15. Like a G6 (feat. The Cataracs & DEV)
16. Rocketeer (feat. Ryan Tedder)
Bandmitglieder:
Kev Nish
Prohgress
J-Splif
DJ Virman
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