Sebel – Scheiss auf die Disco

Erscheinungsdatum: 25. Mai 2012 / Label: Bmg Rights Management (rough trade)

14.05.2012

CD-Review

Realität aus Wanne-Eickel Rock-City

“Sebel ist dreckig und zerrissen, er ist bärtig und etwas fett. Sebel trinkt Pils anstatt Aperol Spritz, Sebel ist Vinyl und nicht mp3, Manta anstatt VW Golf. Sebel rockt, Sebel rotzt. Sebel grölt.“ Von Eitelkeit und Trend(zuge)hörigkeit keine Spur – möchte man meinen, wenn man sich die Kurzbiografie des Wanne-Eickel Bombers durchliest. Als Sebel van der Nijhoff bereits im Vorprogramm von Kollegen wie “Luxuslärm“ und “Stoppok“ einem größeren Publikum vorgestellt. Dabei beginnt seine Musik im Kleinen: aus sich selbst heraus. Während sich die Einen noch die Frage stellen wer dieser Kerl eigentlich ist, wird er an anderer Stelle bereits als “Pottprolet mit Herz und Hang zur Melancholie“ betitelt.Er singt über Erlebtes und Gelebtes, lässt dabei den Hörer gerne mit einem schmunzelnden und einem angefeuchteten Auge zurück. Bei allem Humor muß Nachdenken erlaubt sein.

Bevor es im Juli mit dem Debütalbum “Wie deutsch kann man sein?“ so richtig losgehen soll, veröffentlicht der 31-jährige eine EP als Appetizer. 4 unterhaltsame Nummern, die sich inhaltlich (selbst-)ironisch präsentieren und dabei eingängige Melodien nicht zur kurz kommen lassen. Angeführt von der Titel-gebenden Single “Scheiss auf die Disco“ – stilistisch irgendwo zwischen Heinz Rudolf Kunze (Tohuwabohu), “Pur“ und Ruhrpottcharme – nimmt Sebel kein Blatt vor den Mund und serviert dabei einen waschechten Pop Rock Ohrwurm. Für das dazugehörige Video konnten prominente Gesichter wie Stoppok, Hennes Bender und Willi Thomczyk gewonnen werden. Doch bereits der nächste Song schreit erneut danach mitgesungen zu werden. “Wer soll das alles Ficken!?“. Welcher Mann kennt dieses Problem nicht, wenn ihm ein Überangebot an attraktiven Frauen gegenübersteht? ^^ Sebel gibt sich gerne bärtig, bedingt kratzbürstig, aber auch immer wieder handzahm. So gehen auch “Wie Deutsch kann man Sein!?“ und “B-Prominenz“ leicht ins Ohr und verweilen dort. Abgerundet durch die Live-Akustikversion von “Scheiss auf die Disco“ eine sympathisch-gelungene Vorspeise, dem der Hauptgang gerne folgen darf.

Anspieltipp: “Scheiss auf die Disco“

Note: 2,6

Trackliste:
1. Scheiss auf die Disco
2. Wer soll das alles Ficken!?
3. Wie Deutsch kann man Sein!?
4. B-Prominenz
5. Scheiss auf die Disco (Akustisch, Live)
SEBEL live auf Tour mit Thomas Godoj:

05.05.12 Kaiserslautern, Kammgarn
06.05.12 Heidelberg, Halle02
 

SEBEL Clubshows:
13.06.12 Oberhausen – Zentrum Altenberg
14.06.12 Köln – Blue Shell
20.06.12 München – Ampere
21.06.12 Frankfurt – Das Bett
24.06.12 Berlin – Comet Club
07.09.12 Dresden- Ostpol
 
SEBEL Festival Shows:
29.06.12 Oer-Erkenschwick, SSBO Festival
29.-31.07.12 Paaren/Glien bei Berlin, Greenville Festival

 
http://www.sebelvandernijhoff.de/
http://www.facebook.com/pages/Sebel#!/pages/Sebel/375654975790994

Autor: Jens
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