Adam Donen – Vampires

Erscheinungsdatum: 4. Mai 2012 / Label: Songs & Whispers (Cargo)

12.05.2012

CD-Review

Seitdem Stephanie Meyer 2005 mit „Bis(s) zum Morgengrauen“ den Vampir Edward Cullen auf die Schülerin Bella Swan losgelassen hat, ist das Thema Vampire in der Literatur, dem Kino, dem TV und der Musik nicht mehr wegzudenken. Wohin man schaut erwächst ein neue Vampirgeschichte, die zwar eine der anderen gleicht, aber es dennoch schafft Absätze zu generieren. Adam Donen ist mit seinem neuen Album „Vampires“ auf diesen Trend aufgesprungen. Als Verächterin des Kultes um Graf Dracula und Co. wäre der Titel damit für mich bereits durchgefallen und hätte keine Beachtung gefunden. Die Tatsache, dass The Cure Keyboarder Roger O’ Donnell bei dem Künstler Adam Donen  jedoch von einem „unique talent” spricht, hat mich neugierig auf ihn und die Platte gemacht. Also rein in die Stereoanlage und auf Play gedrückt.

Der Titel „Sophia“ eröffnet das zweite Studioalbum des südafrikanischen Multitalents (Komponist, Poet, Sänger und Schauspieler). Das dazugehörige Video zeigt den lockenköpfigen Sänger im Anzug am Piano am Strand – einer blassen Braut hinterherjagend. Die melancholische, unrhythmisch wirkende Leadstimme wird im Background von einer Opernstimme begleitet, die vehement nach „Sophia“ verlangt. Das musikalische Arrangement aus stupiden Piano und penetranten Saiteninstrumenten versucht eine unsanfte Stimmung aus Sehnsucht und Verzweiflung zu generieren und schlägt dabei fehl. Leider zieht sich der Fehlschlag durch das gesamte Album hindurch.

Auf allen acht Tracks des Album ist der Gesang von Opernsopran Sophie Juncker (Gewinnerin der International Handel singing competition) zu hören, die Adam Donen vor allem im Refrain unterstützt. Eine Vereinigung der beiden so gegensätzlichen Stimmfarben erfolgt an keiner Stelle. Neben den beiden Stimmen sind ein Streichquartett sowie der Kontrabass von Francois Moreau (The Duke Ellington Band) zu hören. Diese beiden Elemente können als gelungen bezeichnet werden, wenn auch nicht immer stimmig zur Gesangsperformance, sowie an einigen Stellen („Come Back To Me“) zu kühl und abrupt. Strukturell spiegeln die Lieder von „Vampires“ laut Pressemitteilung die Persönlichkeit des Sängers wider: „seine Suche nach Ordnung und Sinn und seine Krise in Bezug auf Religion und Spiritualität“. Die Suche ist meines Erachtens mit diesem Album gescheitet. Die Arrangements sind unrund, der Gesang ist erzählerisch aufgesetzt und nicht im Einklang mit den Streichern oder der Opernsängerin. Das Experiment drei verschiedene Bausteine zusammenzuwürfeln funktioniert in keiner Weise. Ob gewollt oder nicht, Hörgenuss klingt anders.

Die The Cure Ikone Roger O’ Donnell hat in gewisser Weise sogar recht mit seiner Aussage. Adam Donen ist einzigartig. Ein einzigartiges Mahnbeispiel dafür, dass Musik durchaus auch etwas mit Rhythmus, Gefühl und Feinabstimmung zu tun haben muss, um zu funktionieren. Der Titel der Platte hat mich bereits gewarnt und das vollkommen zu recht. Leider ist auch „Vampires“ nur ein Versuch auf der Erfolgswelle der Vampirsagen mitzuschwimmen und damit eventuellen Absatz bei den Fans von Edward Cullen zu erzielen.

Anspieltipps: Sophia, Sickle Moon

Note: 4,0

Trackliste:
1. Sophia
2. And there will come a time
3. Come Back to Me
4. Manor House Girl
5. The Circle Game, Again
6. Heartwrenched Confessional #3
7. Sickle Moon
8. Vampires
 
http://www.adamdonen.com/

Autor: Tanja

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