Marilyn Manson – Born Villain

Erscheinungsdatum: 27. April 2012 / Label: Vertigo Berlin (Universal)

10.05.2012

CD-Review

Scary guy scaring guys

Als wandelnder Provokateur und skandalträchtiger Künstler spaltet Marilyn Manson in den 90ern die Lager. Während sich die Einen angewidert von seiner Musik abkehren, kommt sie für Andere beinahe einer Religion gleich. Der “Antichrist Superstar“ lotet mit seinen ausschweifenden Videos und Bühnenauftritten die Geschmacksgrenzen neu aus und liefert ganz nebenbei Alternative Metal Hits wie “The Beautiful People“ (1996), “The Dope Show“ (1998) oder “mOBSCENE“ (2003) ab. Und wer erinnert sich nicht an die beiden Coversongs und Soundtrackbeiträge “Tainted love“ (Not Another Teen Movie), sowie die bedrohlich/lauernd vorgetragene Industrial Metal Version von “Sweet Dreams“ (u.a. House On Haunted Hill).Schockrock hat ein neues Gesicht – wenn nicht sogar DAS Gesicht. Ob nun die Pause nach “The Golden Age of Grotesque“ (2003) oder der Wandel der Zeit dafür verantwortlich sind – vier Jahre später funktioniert das Gesamtkunstwerk Marilyn Manson nur noch mittelprächtig. “Eat me, drink me“ (2007) und “The high end of low“ (2009) schauen den einstigen Albumerfolgen sehnsüchtig hinterher.

Nun kehrt der geborene Bösewicht mit seinem achten Studioalbum zurück. Und auch wenn es nach der vorübergehend spürbaren Lust-/Einfallslosigkeit vielleicht zu spät ist, “Born Villain“ schlägt sich durchaus achtbar. Bereits der Opener “Hey, Cruel World…” stimmt auf eine kampflustige Platte ein, die von der markanten Stimme ihres Sängers zehrt. Zwischen aufbrausend und hypnotisierend zeigt Manson endlich wieder etwas Biss. “Overneath the path of misery” spielt sich mit pumpendem Beat auf die EBM/Industrial Clubs und ufert in Schreiekstase aus. “Slo-Mo-Tion“ – eingängig, tanzbar und nah am Prädikat “Hit“. Vom Hard Rock Stampfer “The Flowers of Evil“ über die “Deftones“ ähnliche Nummer “Lay down your Goddamn arms” bis zum headbangenden Hochgeschwindigkeitszug namens “Murderers are getting prettier every day“ oder der Goth angehauchte Titeltrack “Born Villain“. Zu guter Letzt das gelungene Carly Simon Cover und Duett mit Johnny Depp “You’re so vain“. Spannend, sehr von Rhythmus getrieben und abwechslungsreich. Es hat einige Jahre gedauert – und wahrscheinlich wird er nie wieder ganz der Alte -, aber Marilyn Manson ist musikalisch wieder da.

Anspieltipps: “No Reflection“, “Slo-Mo-Tion“ und “You’re so vain”

Note: 2,4

Trackliste:
1. Hey, Cruel World…
2. No reflection
3. Pistol whipped
4. Overneath the path of misery
5. Slo-Mo-Tion
6. The Gardener
7. The Flowers of Evil
8. Children of Cain
9. Disengaged
10. Lay down your Goddamn arms
11. Murderers are getting prettier every day
12. Born Villain
13. Breaking the same old ground
14. You’re so vain (feat. Johnny Depp)

Bandmitglieder:
Marilyn Manson – vocals, guitar
Twiggy – guitar, bass, keyboards
Chris Vrenna – keyboards, synthesizers, programming, percussion
Fred Sablan – bass, guitar
Jason Sutter – drums

http://www.universal-music.de/marilyn-manson/home

Autor: Jens

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