Justin Nozuka – Holly

Erscheinungsdatum: 08. Mai 2009 / Label: Pias Recordings (rough trade)

04.02.2012

CD-Review

Spätzünder

Mit meist reduziert gehaltenen, musikalischen Mitteln sollten Singer/Songwriter doch eigentlich recht schnell aus der Mode geraten. Irgendwann wurde jede Liebe gepriesen und noch mehr Saiten gezupft. Doch die Kombination aus Stimme und Gitarre entfacht in vielen Fällen ein besonderes Feuer, schafft Intimität und gleichzeitig den größtmöglichen gemeinsamen Nenner. Justin Nozuka hat sich in seiner Heimat Kanada und bei unseren französischen Nachbarn bereits mit der Veröffentlichung seines Debütalbums “Holly“ in den Jahren 2007 und 2009 viele Freunde gemacht.Die Single “After Tonight“ dabei ein Radiodauerbrenner. Auch wenn in Deutschland bereits ein Geheimtipp, sorgt der Auftritt des “Unser Star für Baku“ Teilnehmers Roman Lob für einen erneuten Aufmerksamkeitsschub. Auch wenn nicht mehr mit der Beachtung der “Oslo“ Ausgabe gesegnet, genügt seine Interpretation, um die Vorlage in die deutschen Top 100 zu schieben.

Im Zuge dessen rückt auch das viel gepriesene Debüt des amerikanisch-kanadischen Singer/Songwriters wieder in den Fokus der nationalen Musikpresse. Mit Einflüssen von Marvin Gaye über Joe Cocker bis Michael Jackson und Stevie Wonder sind seine Wurzeln ganz klar im Soulbereich zu finden. Schon im Alter von 12 Jahren schreibt Nozuka seine ersten Lieder. Nur wenige Jahre später erblicken die gefühlvolle Ballade “Supposed to grow old“ und die Folk Pop Nummer “I’m in peace“ das Songschreiberpapier, welche den Weg des jungen Musikers bis zum Debüt begleiten. Eröffnet wird das Album jedoch von “Down in a cold dirty well“ einem ausdrucksstarken, Blues/Soul getränkten Stück, das sämtliche Eigenschaften des Musikers verkörpert. Vom reduziert gehaltenen Einstieg bis zum kontrolliert-emotionalen, kraftvollen Ausbruch. Seine warme Stimme besitzt genug Klangfarben und Tiefe, um den Hörer dauerhaft zu fesseln. Sein Gesang erzeugt eine besondere Spannung, sein Stil erinnert phasenweise an einen Künstlerkollegen wie Paolo Nutini und pendelt zwischen leiser Zerbrechlichkeit, engelsgleicher Kopfstimme und einnehmendem Selbstbewusstsein. Zusätzlich bietet die “Neue Version“ zwei Bonustracks, die sich in Sachen Qualität und Ausdruck nahtlos ins Gesamtbild einfügen. Auch wenn 2010 bereits ein weiteres Album von Justin Nozuka erschienen ist, bietet “Holly“ den perfekten Einstieg zum Kennen- und Liebenlernen eines zweifelsfrei talentierten Singer/Songwriters.  

Anspieltipps: “Down in a cold dirty well“, “Mr. Therapy Man” und “Criminal”

Note: 1,6

Trackliste:
1. Down in a cold dirty well
2. Golden Train
3. Be back soon
4. Mr. Therapy Man
5. Supposed to grow old
6. After Tonight
7. Criminal
8. I’m in peace
9. Oh Momma
10. Save him
11. If I gave you my life (Hidden Track “Don’t listen to a word you’ve heard”)
Bonus Tracks:
12. Why (Demo Version)
13. Lullabye

http://www.justinnozuka.com/

Autor: Jens

Kommentieren

Du musst eingeloggt sein, um Kommentare zu posten.