Sixxxten – Automat Supérieur

Erscheinungsdatum: 11. November 2011/Label: Redfield Records (Alive)

18.12.2011

CD-Review

Frech, laut, schnell.

Mit ihrem zweiten Album „Automat Supérieur“ knüpft die norddeutsche Kombo von Sixxxten genau da an, wo sie 2009 mit ihrem Debüt „Jugend Violencia“ begonnen hat – sozialkritisch, selbstbewusst mit einer Prise Herablassung und einem Arschtritt. Musikalisch ist Sixxxten (deren Name sich laut Presseinfo nicht an der englischen Zahl, sondern am skandinavischen Jungennamen orientiert) vergleichbar mit Kraftklub oder Jennifer Rostock. Wer demnach gefallen an knarzigen Riffs mit Synthie-/Elektrosounds, einer starken Leadstimme und deutschen Texten findet, ist hier genau richtig.

Beim ersten Schnelldurchlauf fällt auf: die Platte bebt durchweg. Jeder Song versprüht eine irre Power. Beim Volldurchlauf festigt sich dieser Gedanke: die Band ist laut! Hat viel Bass, noch mehr Elektro und hier und da sogar ein Klavier. Hinzu gesellen sich interessante Textpassagen, die im Kopf bleiben: „Menschen sind die besseren Tiere und Computer die besseren Menschen“ (aus „Der Sympathische Prototyp“). Die Verdummung der Gesellschaft, der Untergang der Welt und die pure Ignoranz sind dabei stets die Schwerpunkte. Viel schroffe Ablehnung, drastische Überzeichnungen performt mit viel Synthies und Beats. Ohne jedoch den Anspruch zu besitzen komplett neue Phrasen zu erfinden oder zu Punkparolen auszurufen.

Sixxxten gelingt es eine gute deutschsprachige Platte herauszubringen, die den Anspruch besitzt sich Gehör zu verschaffen. Mit viel Energie und einer Hand, die im Dreck wühlt gelingt dies auch anstandslos gut. Eine Platte, die Spaß macht und einen aus der Tristesse des ein oder anderen Alltages herausholen kann. An manchen Stellen fehlt jedoch noch der letzte Fokus, die letzte Überzeugungskraft. An einigen Stellen wurde der Bogen auch überspannt, in dem man vor allem textlich über das Ziel hinausgeschossen ist und das Bild, das man darstellen wollte, verzerrt hat. Dennoch insgesamt: Daumen hoch.

Anspieltipps: „Wodka Hypnotika“ und „Commodore Jihad“

Note: 2,0

Trackliste:
1. Der Sympathische Prototyp
2. Wodka Hypnotika
3. Bilder von Bergen
4. Commodore Jihad
5. Automat Supérieur
6. Der goldene Roboter
7. Grab im Wald
8. Geist
9. Blut rein / Blut raus
10. Gedicht für Egoisten
11. Der 3. Raum (Eine unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff)
12. Kalte Stadt
13. Der Chance letzte Reise

Bandmitglieder:
Hanno – Vocals, Guitar
Nils – Guitar, Keyboards
Stefan – Bass
Timo – Drums

http://www.sixxxten.com/
http://www.myspace.com/sixxxten

Autor: Tanja

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