
Drop it like it’s hotSeit nun mehr 6 Jahren wird die beschauliche Kulisse der schwedischen Sommerstadt Trosa von den Klängen einer fünfköpfigen Formation gestört, die sich so gar nicht in das Bild eines beliebten Badeorts einfügen möchte. “Adept“ selbst sehen sich klar im Post Hardcore Bereich angesiedelt, während ihre Musik durchaus Einflüsse aus Pop Punk, Metalcore und Screamo zulässt.3 EPs werden im Jahresturnus veröffentlicht bis man 3 Jahre ruht, um mit dem Debütalbum “Another year of disaster“ und neu gegründeten Label (Panic & Action) im Rücken zum internationalen Angriff bläst. Die Internetgemeinde zeigt sich bereits seit geraumer Zeit von den Geschichten des Sängers über gescheiterte Beziehungen verzückt und wird mit jedem “Slut!“, “Cunt“ und “This is a toast to all unfaithful ones“ größer. Dieser in Sachen Clean Vocals ebenso bewandert wie im Shoutingbereich.
Beste Voraussetzungen also um aus dem Heimatland zahlreicher Qualitätsmusiker ebenfalls nachhaltig in Erscheinung zu treten. Als Vorbote für das neue Album ist die derzeitige Tour mit “A Day To Remember“ durchaus förderlich. “Death Dealers“ hebt die schwedische Band auf die nächste Stufe. In Sachen Stil und Sound schon mit dem Debüt auf Augenhöhe mit amerikanischen Vertretern, legt man nun nach. Der Mix aus zuckersüßen Melodien, Post Hardcore Elementen und deftigen Moshparts nicht zwingend neu, aber in der vorgetragenen Weise auffällig. Der Opener “First round, first minute“ stellt unmissverständlich klar, daß die Band den Konkurrenzkampf mit den Kollegen aus Übersee annehmen möchte – und sei es mit der Brechstange. “Drop it like it’s hot“ wird es schon bald in der härteren Club Deines Vertrauens heißen. In sportlichen 4 Minuten wird gegrowlt, geballert und gemosht, was die Metalcore/Screamo Partyschablone hergibt. “The lost boys“ lädt mit Gangshouts zum Groove geprägten Modern Hardcore Stell Dich Ein, lediglich unterbrochen von sauberen Gesangspassagen, die das gewisse Emopopgefühl belegen. Praktisch der nächste Hit auf dem Fuße, über den Verlauf gefolgt von weiteren, potentiellen Treffern wie “At world’s end“ oder dem Ohrwurm verdächtigen “Hope“. “No guts, no glury” bestimmt von melodischen Metal Gitarrenparts, die ihre musikalische Spannbreite weiter abstecken. Nicht zuletzt die Tracklänge und ausgeprägten Instrumentalpassagen unterscheiden “Adept“ von einer “einfachen“ Hardcoreformation und belegen den Anspruch “Post Hardcore“ zu sein. So ergibt sich eine Schnittmenge aus “Funeral For A Friend“, “Underoath“, “Parkway Drive“ und “A Day To Remember“, die keinesfalls als bloßer Abklatsch herhält. Dafür macht das Album zu viel Spaß – und eine Liveshow der Schweden sicherlich ebenfalls.
Anspieltipps: “First round, first minute“, “The Lost Boys“ und “Hope“
Note: 2,2
Trackliste:
1. First round, first minute
2. The Lost Boys
3. No guts, no glory
4. This could be home
5. At world’s end
6. By the wrath of Akakabuto
7. If I’m a failure, you’re a tragedy
8. Hope
9. Death Dealers
10. The Ivory Tower
11. From the depths of hell
12. This ends tonight
Bandmitglieder:
Robert Ljung – vocals
Jacob Papinniemi – guitar
Jerry Repo – guitar
Filip Brandelius – bass
Gabriel Hellmark – drums
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