Emmure – Speaker of the dead

Erscheinungsdatum: 18. Februar 2011 / Label: Victory Records (Soulfood)

19.02.2011

CD-Review

“You’re either with them or against them”

Bei allen Diskussionen über Auftritt und Entwicklung kann man “Emmure“ für Beständigkeit und Durchhaltevermögen Tribut zollen. In einem musikalischen Umfeld, in dem man schnell in den Himmel gelobt wird, um mit dem nächsten Album wieder im Nichts zu verschwinden, hat sich die Formation aus Queens, NY (der New Fairfield, Connecticut Hintergrund findet seit dem Ausstieg der Gebrüder Lionetti in der Künstlerbiographie keine Erwähnung mehr) gegen One Pit Wonder gestemmt und geht nun bereits ins 8. Bandjahr.“Goodbye to the Gallows“ aus dem Jahr 2007 nicht nur der Labeleinstieg beim Qualitätslabel Victory Records, sondern ein Vorzeigebrett in Sachen Deathcore. Bevor andere sich für diesen Weg entschieden haben, zeigten “Emmure“ bereits wie man fiese Breakdowns, markerschütternde Growls und eindringliche Slow-Mo Attacken in eine düsteres Paket packt. Die beiden Nachfolger “The respect issue“ und “Felony“ vielleicht ein wenig zu schnell und eifrig nachgelegt, so daß sich die Qualität des Debüts nicht mehr einstellen wollte. Unabhängig davon, immer die eingeschlagene Linie zu erkennen. Wenn auch bisweilen etwas stumpf geraten.

“Speaker of the dead“ der, zugegebenermaßen, doch recht plakativ ausgefallene Titel ihrer vierten Platte. Nachdem man dem “Alle Jahre Wieder“ Veröffentlichungsturnus nun doch einmal untreu geworden ist, zeigt man sich auch 2011 von der eher einfacher gestrickten Seite. Böse Zungen würden das Album als eine Aneinanderreihung von Breakdowns und Moshparts bezeichnen – und hätten damit bis zu einem gewissen Grat sogar Recht. Von Beginn an versucht man die fette Produktion – verantwortlich in diesem Fall Joey Sturgis (The Devil Wears Prada, Asking Alexandria) – schlagkräftig in Szene zu setzen. Damit auch live jede Location nach einem Besuch des Quintetts zerstört sein möge. Es wird gekrächzt, gegrowlt und gerappt, was das Mikrophon hergibt. Doch auch das Vocal Wechselspiel von Frontrüpel Frankie Palmeri schafft nicht die gewünschte Unterscheidbarkeit. Dann doch eher melodische Ausflüge wie bei “Bohemian Grove“ und “Last words to a rose“, auf denen zumindest die Instrumentalfraktion mal ihre “gefühlvolle“ Seite zeigt. Comic/Sci Fi/Gamer Freunde werden ihre Freude an der kleinen Verweisen auf “Street Fighter“ (Demons with Ryu),  “Transformers“ (Children of Cybertron), “Final Fantasy“ (World of Intulo) oder “Thanos“ (My name is Thanos) haben. Allesamt garstig/doomig aufgelegte Discobomben, die das Bolloherz glücklich machen. Um die Bandbiografie zu zitieren “Emmure keeps it simple and straight-forward“. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.    

Anspieltipps: “Demons with Ryu“, ”Solar flare homicide” und “4 poisons 3 words”

Note: 3,2

Trackliste:
1. Children of Cybertron
2. Area 64-66
3. Dogs get put down
4. Demons with Ryu
5. Solar flare homicide
6. Eulogy of Giants
7. Bohemian Grove
8. 4 poisons 3 words
9. Cries of Credo
10. Last words to rose
11. A voice from below
12. Drug dealer friend
13. My name is Thanos
14. Lights bring salvation
15. Word of Intulo

Bandmitglieder:
Frankie Palmeri – Vocals
Mark Davis – Bass
Mike Mullohand – Guitar
Michael Kabbe – Drums
Jesse Ketive – Guitar

http://www.myspace.com/emmure

Autor: Jens

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