Burn – The truth

Erscheinungsdatum: 11. März 2011 / Label: Blind Records (Intergroove)

06.02.2011

CD-Review

White is the new black

Nach dem Erfolg des englischen Synthpop Duos “Hurts“ war es wohl nur eine Frage der Zeit bis sich die nächste Retrowelle entlädt. Angefangen mit Rückkehrern wie “OMD“, “Alphaville“ oder “Kim Wilde“ hin zu Newcomern der Kategorie Pop-Noir “Mirrors“. Die 80er sind wieder hip. Und aus New Wave wird kurzerhand Modern Wave. Zwischen tristen Hochhausmauern in Münster keimt die dunkel gefärbte Musikerseele von Sänger Felix Friberg.Bands wie “The Cure“ liefern die ersten Hymnen zur eigenen Gothoptik. Doch, statt sich in Selbstmitleid zu suhlen, kanalisiert der junge Westfale seine Energie in einem Proberaum. Von Beginn an mit von der Partie – Gitarrist Sven Krachten. Musikalisch entwickelt man sich mehr und mehr in Richtung New Wave, Pop und Rock. Nach ersten Achtungserfolgen ohne große Bemühungen erhält “Burn“ die Möglichkeit im Vorprogramm von den “Hooters“ und “Eisbrecher“ zu spielen.

Produzent Vincent Sorg schlägt die Brücke zu Studio und Plattenlabel (Blind Records) und so erscheinen die Aufnahmen zu ihrem Debüt “The truth“ wie die logische Konsequenz aus Streben, Glück und Beharrlichkeit. In ihren Bemühungen möglichen Vorbildern der 80er nachzueifern, zeigt sich die Band durchaus befähigt. Den gewissen Gothcharakter haben sich Friberg und Kollegen erhalten. Düster, atmosphärisch, durchzogen von einer kühlen Melancholie zeichnen sie im Kleinen die Evolution von “Joy Division“ über “The Cure“ bis zu den “Editors“ nach. Dabei müssen sie den internationalen Vergleich nicht scheuen. “Burn“ oder “Dirt“ pulsierende, Gitarren/Keyboard getriebene Nummern, die sich schrittweise entfalten. Die erste Singleauskopplung “Ghosts“ deutlich mit dem Wave Farbtopf, sowie durch die helle, für die 80er so typischen Stimme des Sängers gezeichnet. Durchtränkt mit der nötigen Popeuphorie, um auch vor größerem Publikum zu bestehen. In seiner Gesamtheit stimmig, mit der Energie von Schlagzeug und Saiteninstrumenten ausgestattet und untermalt von klangvollen Synthiewellen, ist “The truth“ für die Band sicher das richtige Album zur richtigen Zeit.

Anspieltipps: “Burn for you“, “Dirt“ und “Lost here in this world“

Note: 2,2

Trackliste:
1. Burn for you
2. Ghost
3. The truth
4. Deeper down
5. Phoenix
6. Naivety
7. Dirt
8. White is the new black
9. Lost into this world
10. Bursting clouds
11. Where are you

Bandmitglieder:
Felix Friberg – vocals, guitar, 6 string bass & keyboards
Sven Krachten – guitar, 6 string bass
Felix Flögel – bass
Jörg Schwaer – drums

http://www.burnmusic.de

Autor: Jens

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