Johnnie Rook – Rabatz

Erscheinungsdatum: 13. März 2009 / Label: Rügencore (New Music Distribution)

09.01.2011

CD-Review

Und wieder eine etwas angestaubte, aber durchaus wertvolle Platte aus unserer Musikbibliothek. Wer deutschen Punkrock schätzt, für den ist Johnnie Rook der Geheimtipp. Das Quintett um Frontsängerin Franziska entspringt unser Hauptstadt und zeichnet sich eben vor allem durch die weibliche Leadstimme aus. Die Band, die seit 2003 gemeinsam musiziert und hier mit ihrem dritten Album auffährt, verspricht uns bereits mit dem Albumtitel eine Ladung „Rabatz“. Diese erhalten wir auch gleich von der ersten Minute an.„Put your gun down“ beginnt mit einem kurzen und zackigen Trommelintro, dem sich die anderen Bandmitglieder alsbald hinzugesellen und klarstellen, dass Johnnie Rook in erster Linie eins sind und das ist: laut. Das Vorurteil, dass Lautstärke oft über ein maues Spiel hinwegtäuschen soll, trifft hier jedoch keineswegs zu. Die gut ausgebildete Leadstimme ist auf den Punkt und pusht den Song weiter voran. Sängerin Franziska weist in ihrem Lebenslauf unter anderem eine Gesangsausbildung an einer staatlichen Musikschule vor und ist bei den Songtexten zudem federführend. Ihre Stimmfarbe erinnert an eine Mischung aus Deborah Harry (Blondie), Sandra Nasic (Guano Apes) und Marta Jandová (Die Happy). Das passende instrumentale Arrangement liefert Gitarrist Micha. Die ganze Truppe arbeitet stimmig zusammen und schafft damit einen tollen Sound. Neben dem gut abgestimmten Klang, beweisen die Fünf, dass gleich zweisprachig gesungen werden kann. Vierzehn deutsch- und englischsprachige Songs tummeln sich in einer bunten Anordnung auf der Playlist. Diese Mischung erscheint beim Gesamtdurchlauf leider ab und an etwas befremdlich. Allein gesehen funktioniert jedoch jeder Song, auch wenn DER Knaller leider wehmütig vermisst wird. „Ikarus Beim Klassentreffen“ ist einer der Up-Tempo-Songs mit dem meisten Potential und überzeugt durch viel „Rotzigkeit“ und versprüht die Liebe zur Musik der Band. Bonussong „Jule“ ist mit tatkräftiger Kinderunterstützung entstanden und irgendwie sehr süß, auch wenn nicht ernst zu nehmen. Passend dazu schließt die Band ihre LP mit „Goodbye“ ab, der versteckten 15. Datei: ein wildes Durcheinander an „Blödeleien“. Ein witziger Gag zum Schluss, der beweist das die Band Spaß versteht – dafür ernten sie definitiv Sympathiepunkte. Ob es einer solchen Einlage jedoch zwingend bedarf, bleibt dahingestellt. Die Band hat sich dabei zumindest reichlich amüsiert. Das Fazit erfolgt dann zu den Songs 1 bis 13: Alles in allem Punkrock, der knallt und mit Hinzunahme von Bonustrack und Verabschiedung sehr sympathisch ist. Also reinhören.

Anspieltipps: Ikarus beim Klassentreffen, Back to the Shadows
Note: 2,0

Trackliste:
1. Put Your Gun Down
2. Herz Statt Faust
3. Ikarus Beim Klassentreffen
4. Couln´t You Love Me
5. Back To The Shadows
6. Wer Will Der Kann Der Macht
7. Mittendrinintro
8. gegen Den Horizont
9. Count To 4
10. Manifest
11 Fragrance Of Success
12. Catchwords And Headlines
13. After All
14 Jule (Bonus)

Bandmitglieder:
Franziska – Gesang
Micha – Leadgitarre/ Gesang
Jan – Bass/ Gesang
Roman – Rythmusgitarre
René – Schlagzeug

http://www.johnnierook.de/
http://www.myspace.com/johnnierook

Autor: Tanja

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