N.E.R.D – Nothing

Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2010 / Label: Interscope (Universal)

28.11.2010

CD-Review

Peace and war

Schon die Beschreibung der berührten Genres zeigt auf, daß sich “N.E.R.D“ ungern an einer Richtung messen lassen und vielmehr eine möglichst breite Stilblüte entfalten möchten. Rock, Funk, Elektro und Hip Hop. Jeder Bezeichnung innerhalb eines Albums wörtlich zu nehmen und dabei geprägt vom ganz eigenen Sound des Virginia Beach Trios.Pharrell Williams und Chad Hugo gründen bereits Anfang der 90er “The Neptunes“ und beeinflussen als Produzentenduo, neben Dr. Dre oder Timbaland, nachhaltig den Sound diverser R&B, Hip Hop und Pop Künstler der Folgezeit. 2001 holt man sich Shay Haley zur Seite und gründet “N.E.R.D“ als Sidepojekt. “In search of…” (2002), “Fly or die” (2004) und “Seeing Sounds” (2008) gleichen einer musikalischen Spielwiese, zu der Features wie Kelis, die Madden Brüder, Pusha-T oder Kanye West geladen werden. Jedoch in keiner Weise vergleichbar mit den kommerziellen Erfolgen der “Neptunes“ Produktionen.

Nach der Verabschiedung von Virgin erscheint “Nothing“ bereits als zweites Album auf Star Trak (Interscope). Erneut entzieht man sich herrschender Trends und formt ein, zum Teil schwer verdauliches, Alternative Rock/Hip Hop Album, das sich über weite Strecken in Vintage Klängen der späten 60er und frühen Siebziger verliert. Einflüsse aus Americana/Western, Folk und düsterem Blues durchziehen Titel wie “Help me”, “Victory“, “God bless us all“ und “Life as a fish“. Wer Partytracks am Fließband erwartet hat, wird jäh enttäuscht. Lediglich “Party People“, “Nothing on you“ und die Single “Hot-n-fun“ (feat. Nelly Furtado) sind wirklich funky und erheben Anspruch auf die Tanzfläche. “Hypnotize U“ (produziert von Daft Punk) und „“Perfect Defect“ und “I’ve seen the light“ stärker von psychedelischen oder langsameren 60s Soul Momenten durchzogen. Krieg und Frieden – diese Wechselseitigkeit soll bereits durch das Cover (Federn vs. Helm) zum Ausdruck gebracht werden. “The economy sucks, girls are still beautiful. We wanted to make music that reflected that. So people can look back twenty years from now, and say ‘this is what was going on”. Mit der Nachhaltigkeit ist es jedoch so eine Sache und es bleibt fraglich, ob man von “N.E.R.D” 1. ein gesellschaftskritisches Album und 2. in solch einem Soundgewand wirklich gebraucht hätte.

Anspieltipps: “Hypnotize U”, ”Victory” und ”Nothing on you”

Note: 3,2

Trackliste:
1. Party People (feat. T.I.)
2. Hypnotize U
3. Help me
4. Victory
5. Perfect Defect
6. I’ve seen the light / Inside of clouds (Interlude)
7. God bless us all
8. Life as a fish
9. Nothing on you
10. Hot-n-Fun (feat. Nelly Furtado)

Bandmitglieder:
Pharrell Williams – lead vocals, piano/keyboards, rhythm guitar, percussion
Chad Hugo – lead guitar, piano/keyboards, saxophone, bass guitar
Shay Haley – drums, percussion, backing vocals

http://www.n-e-r-d.com/

Autor: Jens

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