Crossfaith – The artificial theory for dramatic beauty

Erscheinungsdatum: 20. August 2010 / Label: Gan-Shin (Universal)

12.08.2010

CD-Review

Enter the dragon

Gan-Shin Records – The Home of Japanese Rock. So betitelt auf der eigenen Homepage. Und zweifelsohne leistet kaum ein anderes Label in Europa in diesem Maße Pionierarbeit in Sachen Gitarrenklänge aus Fernost. Im Falle von “Crossfaith“ wird der Begriff Rock dem eigentlichen Stil jedoch nur bedingt gerecht. Das Quintett aus Osaka hat sich vielmehr einer angesagten Mixtur aus Metal, Hardcore und Elektro verschrieben und damit bereits im Vorprogramm von Bands wie “Alesana“, “Bless The Fall“, “Bleeding Through“ und “Machine Head“ gespielt. Obwohl ihre Heimat Japan nicht genug von Punk, Rock und Metal aus den USA und Europa bekommen kann, haben “Crossfaith“ neben gängigen J-Rock Mustern auf nationaler Ebene eher exotischen Charakter. 2006 gegründet, veröffentlicht die kaum dem Teenageralter entsprungene Formation 2 Jahre darauf ihre erste EP “Blueprint of reconstruction“ – auf 1.000 limitiert in nur 2 Monaten ausverkauft. V-Kragen, weißer Schlips, Emofrisuren. Neben der auffallend harten Gangart entziehen sich die Mitglieder auch optisch den gewohnten Strukturen.

“The artificial theory for dramatic beauty” markiert nun das Debütalbum der ambitionierten Metalcore Band. Wenn man auch bei einer Spielzeit von 25 Minuten wohl eher von einer besseren EP sprechen muß. “If you want to wake up?“ hält dabei als Synthiesample gespicktes Techno/Tranceintro her bevor man mit “Mirror” mächtig Fahrt aufnimmt. “Enter Shikari“ im Ringelreihen mit “Parkway Drive“. Dieses Stimmvolumen, die brachiale Marschrichtung und fetten Moshparts kennt man weniger von den zurückhaltenden Asiaten. Umso erfrischender die Qualität von Tracks wie “Blue“ oder “Voices“. Hier wird geshoutet, gegrowltund instrumental gewirbelt, was das Zeug hält. Melodie hält insbesondere mit schräg-schönen Synthiepassagen Einzug. “K“ zeigt sich dann sogar noch als Screamo verwandte Nummer bis “Chemicarium“ mit sphärischen Klängen aus der CD geleitet. Abgerundet mit 2 Videoclips ist “The artificial theory for dramatic beauty” ein kurzes, aber heftiges/unterhaltsames und macht Appetit auf mehr Musik aus dem Hause “Crossfaith“.

Anspieltipps: “Mirror“, “Fiction in hope“ und “K“

Note: 2,5

Trackliste:

1. If you want to wake up?

2. Mirror

3. Blue

4. Fiction in hope

5. Interlude

6. Voices

7. K

8. Chemicarium

9. Blue (Video)

10. Ficition In Hope (Video)

Bandmitglieder:

Kenta Koie – vocals

Kazuki Takemura – guitar

Hiroki Ikegawa – bass

Tatsuya Amano – drums

Terufumi Tamano – vision, samples

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