WITH FULL FORCE OPEN AIR 2010

Rocken und Moshen zwischen Fußball Euphorie und Sahara Hitze.

25.07.2010

Konzert-Review

Das alles wurde einem auf dem schon zum 17 mal stattfindenden With Full Force Festival in Roitzschjora geboten, dem härtestem Acker des Kontinenten. Wie jedes Jahr wurde hier auf der Mainstage und der Tentstag gekonnt zwischen Hardcore, Metal und Punk Rock jongliert. Aber nicht nur die Musik stand dieses Jahr auf dem Programm, sondern auch die Live Übertragungen der Viertelfinal-Spiele der Fußball WM 2010. Eigens dafür wurde neben dem Skate Parcours eine Public-Viewing Leinwand eingerichtet, auf der alle Spielge verfolgt wurden. Während am Donnerstag bei knapp 40 Grad viele noch bis in die Abendstunden ihr Zelt aufbauten wurde der Nahe liegende Baggersee für alle Anderen schon am ersten Tag zum spritzigem Bade Paradies um gegen die Hitze anzukommen. Nach der Abkühlung wurde bis in die Nacht das Disco Zelt und die Rock Stage des Campingplatzes unsicher gemacht.

Tag 1:

Nach einer, für viele Festival Besucher, viel zu kurzen Nacht machten dann die Bands The Faceless und Bloodwork den offiziellen Festival Beginn am Freitag. Die Besucher strömten zahlreich aufs Gelände. Zu Schweden Riffs und Techno-Deathcore wurde auf der Mainstage zum Moshen eingeladen, während die Hardcore Band All For Nothing mit ihrer Frontfrau Cindy den Anfang in der Tentstage machten. Darauf folgten Horse The Band die mit abgefahrenem Nintendo-Core die Massen zum Toben brachten. Auf selben Spaß-Metal Nivo gaben sich dann We Butter The Bread With Butter die Ehre, die sich vom Duo mittlerweile zu Band gemausert haben. Druckvoll feuerten sie mit dazu gewonnener Stärke ihre Death-Metal Versionen von Kinderliedern durch das Zelt.

Nicht weniger heftig rockten auf der Hauptbühne Job For A Cowboy, bevor mit Crowbar etwas die Doom-Metal Handbremse angezogen wurde. Wieder mit Dino Carazis vereint gab es bei Fear Factory Cyper-Metal mit harten Bulldozer Riffs für die Gehörgänge. Im Hardbowl Zelt regierte parallel dazu Hardcore der alten Schule. Hier hatten Arkangel, Maximum Penalty und Wisdom in Chains das Zepter in die Hand genommen. Die perfekte Begleitmusik für die von Carhartt bereitgestellten Skate Force Half Pipe lieferten danach Down By Low und The Exploited. Caliban setzten unterdessen auf der Mainstage auf ein Pyro Feuergefecht und liesen die Bühne brennen. Leider blieb wie immer der Clean Gesang der Truppe mal wieder auf der Strecke, dafür knallten der Rest umso mehr. Stuck Mojo sprangen für die kurzfristig abgesagten Throwdown ein, bevor es danach mit dem Oldschool Hardcore Uhrgestein von Sick Of It All weiterging. Die alten Herren von SOIA haben, wie immer ein Brett abgeliefert, auch wenn der etwas unangenehme Gast Auftritt des Wisdom In Chain Sängers für einen kurzen Moment die Stimmung trübte, überzeugten die Jungs mit einer Menge Spaß. Leider nur Co-Headliner bildeten sie für mich den Abräumer des Tages.

Headliner des Abends waren die Metalcore Formation von Killswitch Engage, die wie immer amüsant anzuschauen waren, da sie trotz hartem und fiesen Sound immer Spaß auf der Bühne vermitteln. Düsterer wurde es zum Abschluss des Tages Noch mal auf der traditionellen Knüppelnacht. Mit Nile, Unleashed, Darkened Nocturn Slaughtercult, Marduk, Keep Of Kalessin und Lay Down Rotten die bis ins Morgengrauen ihren Death und Blackmetal durch die Tentstage schmetterten.

Tag 2:

Eine Nacht später stehen Samstagmittags Elsterglanz als Opener auf der Hauptbühne. Mit ihren Mix zwischen Hardcore-Punk und Comedy alá J.B.O. erobern sie sofort die Zuhörer die zahlreich erschienen sind. Zeitgleich startete Texas In July auch mit einem vollbesetzten Zelt was für eine gute Stimmung sorgte. Es folgten die aus Berlin stammenden Rüpelrocker von Toxpack. Später gab es mit Neaera und War From A Harlots Mouth Deathcore aller erster Güte. Sonst immer im Hardbowl Zelt vertreten feierte Born From Pain dieses Jahr ihr Debüt auf der Hauptbühne. Auch hier überzeugten Holländer auf ganzer Linie. Während es vor der Puplic Viewing Leinwand der Platz knapp wird spielen auf der Mainstage noch Grand Magus die pünktlich zum Anpfiff des Viertelfinal Spieles Deutschland gegen Argentinien die Bühne räumen. Mit Spannung wurde der gute Einsatz unserer National Elf verfolgt, bei dem große Emotionen und Gefühle freigesetzt wurde. Ein überragendes Ereignis auf dem WFF. Kaum den 4:0 Sieg in der Tasche ging es trotz schattigem Plätzchen mit Bleeding Through im Zelt wieder heiß her. Gekonnt wurde hier zwischen Geshoute und clean Gesang gewechselt. Nicht weniger leise ging es auf der Hauptbühne mit Ektomorf, Exodus, und Cannibal Corpse zur Sache. Als wäre es nicht schon heiß genug gewesen sollte mit Heaven Shall Burn der Himmel noch mal mehr brennen. Die Thüringer Feuerten wie immer einen Soliden mix aus alten Hits aber auch Nackenbrecher ihrer aktuellen Platte. Nach Yuppicide und Deadline ging es noch mal in die Verlängerung, da durch das Deutschlandspiel Freiwild und Walls of Jericho verschoben wurde. Gerade Walls Of Jericho überzeugte mit Frontfrau Candace und zogen enorm viele Besucher an. Was es Venom auf der Hauptbühne etwas schwerer machte. Zwischen Ahhhs und Ohhhs gabt es nach dem Headliner ein sehr gelungenes Feuerwek, bevor es beim Saturday Night Fever mit den Punk’n’Rollern von the Bones Weiter ging, gefolgt von Reggae Metal von Skindread und Folk Punk von The Mahones. Den Abschluss dieser Nacht bildeten die satirischen Spaß-Metaler Combo von Gwar.

Tag 3:

Der Sonntag begann wie die anderen Tage mit Sonnenschein, und was passt besser dazu als der legendäre Mambo Kurt und seine Rock Bitches!? Mit spaßigen Coverversionen im Heimorgel Gewand überzeugt er die Zuschauer, trotz einer nicht so rockigen musikalischen Ausrichtung überzeugt er mit Songs von Scooter, Vanilla Ice, Snap und Rage Against The Machine. Mit den Bands Daath, Postmortem, Mustash und Sodom gehört die Hauptbühne erstmal dem Thrashmetal, während das Hardbowl Zelt bis auf Burning Skies dem Hardcore verfallen ist. Callejon glänzten mit ihren harten Sound gemischt mit deutschen Texten bis es mit EvergreenTerrace weiterging. Die aus Florida stammende Band liefert wie immer ein spannendes und solides Set ab. Sänger Andrew Carey war sehr Publikums bezogen was bei den Fans sehr gut angekommen ist. Mit ähnlicher Euphorie betreten auch A Day To Remember die Tentstage. Gleich zu Beginn reisen sie mit dem Song A Downfall Of Us alle in ihren Bann. Mit Oldschool Hardcore und fetten Downbeat Riffs überzeugt auch die Bostoner Band Death Bevor Dishonor. Mit Schweden Riffs a la In Flames ging es in der Zwischenzeit auf der Mainstage weiter. Dort spielten Dark Tranquillity ein sehr atmosphärisches und melodisches Deathmetal Set. Direkt weiter gemosht wurde mit den 5 Amies von As I Lay Dying, einer der Metalcore Aufsteiger der letzten Jahre. Co-Headliner des Sonntag Abends waren die Punk legenden NOFX. Die mit ihrem Bandkopf Fat Mike gekonnt Spaß und Protest auf der Bühne vereinen. Auch wenn die ein oder andere Ansage etwas lang ausgefallen ist. Cool und Selbstbewusst gehen die aus Düsseldorf Stammenden Broilers auf der Zeltbühne noch mal richtig zur und legen mit ihren Party Ska Punk alles in Schutt und Asche. Während viele Besucher sich schon auf den Heimweg machen und ihre Zelte abbauen standen die Könige des Tour-Absagens auf dem Programm. Die Rede ist von dem Thrash Metal Uhrgestein Slayer die es glücklicherweise auf das With Full Force Festival Geschafft haben.Hier wurde dann noch mal richtig die Matte geschüttelt. Für alle Hartgesottenen die noch nicht abgereist waren, ging es auf der Tentstage mit The Last Supper weiter. Dort bildeten die Bands The Devils Bloood, Letzte Instanz, Amorphis und Paradiese Lost das Schlusslicht des Festivals.

Wie jedes Jahr ist es den With Full Force Macher gelungen harte Musik mit einer entspannten und freundlichen Atmosphäre zu Paaren. Abgerundet wurde das Wochenende mit kleinen Skate einlagen und für den ein oder anderen Gewinner mit einem Platz auf am Jägermeister Hochsitz. Bei dem eine Bar mit 22 Sitzplätzen mit einem Kran 50 Meter über das Gelände gehoben wurde. Hier bekam man kühle Getränke serviert und konnte die Aussicht über das Gelände genießen. Zu erwähnen noch das genügend Toilette zur Verfügung standen die in sehr regelmäßigen Abständen gesäubert wurden, was bei einem Festival enorm wichtig ist. Auch für genügend Essens und Merchandise Stände war gesorgt so dass es ein sehr gelungenes With Full Force Festival 2010 wurde….

Bilder gibt es in der Bildergalerie und bei Facebook (http://www.facebook.com/acoustic.shock).

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