SammlerstückOb nun Alternative, Heavy oder Nu – “Disturbed” haben sich in 14 Jahren Bandgeschichte zu einem erfolgreichen Metalphänomen entwickelt, das sich aus dem Schatten musikalischer Vorbilder wie “Black Sabbath“, “Iron Maiden“, “Metallica“ und “Pantera“ hervorgetan und eine neue Ära harter Gitarrenmusik mit eingeleitet hat. Dabei sträubt man sich gegen moderne Bezeichnungen und sieht sich selbst eher klassisch, teils episch verwurzelt. Die Alben “Believe“ (2002), “Ten Thousand Fists“ (2005) und “Indestructable“ (2008) entern allesamt die Spitze der US Charts und zementieren ihre Ausnahmestellung im Genre. Das verhilft nicht nur dem Bandmaskottchen “The guy“ (gezeichnet von Spawn Erfinder Todd MacFarlane) zu einem breiten Grinsen.Doch am Anfang steht “The sickness“, das bis heute über 4 Millionen Mal verkauft wurde und somit die erfolgreichste Veröffentlichung der Formation aus Chicago, Illinois darstellt. Die Single “Down with the sickness“ ein Disco Dauerbrenner in der Heavy Rotationsgüte von “Killing in the name“ (Rage Against The Machine).
Grund genug das 10-jährige Jubiläum mit einer “Anniversary Limited Edition“ (erstmals auch in Vinyl) zu feiern. Der ursprünglichen Tracklist wurden mit “God of the mind“ und “A welcome burden“ zwei B-Seiten hinzugefügt, die sich jedoch in Stil und Blüte nahtlos in die Titelreihe einfügen. Unverkennbar David Draimans Stottergesang und gutturale Laute, die zum Markenzeichen der Band geworden sind. Im Vergleich zu den Nachfolgern lässt “The sickness“ nicht von seiner harten Linie ab. Während zuletzt auch ruhigere Töne eingeschlagen wurden, macht das Debüt innerhalb der Songs nur Pause, um im Verlauf mit satten Riffs und aggressiver Rhythmik erneut zuzuschlagen. Während “Flaw“ und Konsorten mit ähnlicher Gangart wenig Stehvermögen bewiesen, haben sich “Disturbed“ bis heute eine verlässliche und finanziell ertragreiche Fangemeinde erspielen können. Remixed, Remastered, mit neuem Artwork und exklusivem Onlinezugang ist die 2010er Edition kein Must Have. Hardcore Fans können zuschlagen, auch wenn sie das Original sicherlich schon in ihrem CD Regal stehen haben. Wer sich bis heute noch nicht zu einem Kauf des Debüts durchringen konnte, darf nun weitere Pro’s hinzufügen. Unterm Strich bleibt es eines der wegweisenden “Nu“ Metal Alben der Jahrtausendwende.
Anspieltipps: “Stupify“, “Fear“ und “Want“
Note: 2,2
Trackliste:
1. Voices
2. The game
3. Stupify
4. Down with the sickness
5. Violence fetish
6. Fear
7. Numb
8. Want
9. Conflict
10. Shout 2000
11. Droppin’ plates
12. Meaning of life
13. God of the mind
14. A welcome burden
Bandmitglieder:
David Draiman – vocals
Dan Donegan – guitar, electronics
Fuzz – bass
Nike Wengren – drums, programming
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