Neues Spiel. Neues Glück?
“Mudvayne” gehören zu den wenigen Bands, die vom Nu Metal Hype profitieren und diesen sogar erfolgreich überdauern konnten. Dazu bedurfte es einer musikalischen Wandlung, die mit dem letzten Album eingeleitet wurde. Die Mitglieder selbst bezeichneten “Lost & found” als ihre persönlichste Platte – weg von den global-esoterischen Ansätzen der Vorgänger, hin zu Selbstreflektion und -definition. Im gleichen Atemzug fielen die Maskeraden und man verzichtete von diesem Zeitpunkt auf Schminke, Kostümierung, etc. Die Lücke zwischen 2005/2006 und 2008 überbrückte man zum einen mit der Veröffentlichung von “By the people, for the people” – einer Zusammenstellung von Live Stücken und Demos, die ausschließlich von den Fans ausgewählt wurden, sowie B-Seiten und einem bisher unveröffentlichten Track. Auf der anderen Seite bekam der geneigte Fan mit “Hellyeah” eine neue Supergroup aus Ex-Mitgliedern von “Damageplan”, “Nothingface”, “Pantera” und “Mudvayne” präsentiert, die in Southern Rock/metal Gefilden fischte. Parallel begannen bereits die Arbeiten zum 4. Majorstreich.
“The new game” lautet der Name des neuen Werks und ist das erste, von zwei geplanten Albumreleases innerhalb von 12 Monaten. Heftige Breaks, Funkanleihen und die markante Stimme von Chad Gray bleiben Fixpunkte im “Mudvayne” Universum. Doch hat der einstige Shock Rock an Struktur gewonnen. Moderner Math Rock und technisch geprägter Metal mit Räumen für Melodien und Zugang. Eine Single wie “Do what you do” verzichtet zwar nicht gänzlich auf eine Spur Aggression, hat aber keine Ähnlichkeit mehr mit einem Wutbrocken wie “Dig”. Da wird lieber mal gesungen und die Gitarre als lockeres Begleitinstrument eingesetzt. “A Cinderella Story” und “Scarlet letters” lauten die Steigerungen dazu. Letztgenannter Song geht schon beinahe als lupenreine Rockballade durch. Dem gegenüber stehen aber auch Energiebolzen wie “A new game”, “The hate in me” und “We the people”, die es nicht nur im Gesang wieder krachen lassen, sondern vertrackt und heftig die Metalkeule schwingen. In seiner Summe klingt alles etwas ausgewogener ..alternativer und ist wahrscheinlich der richtige Weg, um sich selbst aus dem einstigen Nu Metalsumpf zu ziehen. Das wird vielen Anhängern der ersten Stunde nicht kompromisslos schmecken, aber scheint notwendig, um weiterhin bestehen zu können.
Anspieltipps: “A new game”, “Have it your way” und “Same ol’”
Note: 3,2
Trackliste:
1. Fish out of water
2. Do what you do
3. A new game
4. Have it your way
5. A Cinderella Story
6. The hate in me
7. Scarlet letters
8. Dull boy
9. Same ol’
10. Never enough
11. We the people
Bandmitglieder:
Chad Gray − vocals
Greg Tribbett − guitars, backing vocals
Ryan Martinie − bass
Matthew McDonough − drums
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